Abdankung

Todesfall – ein Leben verdanken

Ein Todesfall – ob erwartet oder unerwartet – verursacht Erschütterungen. Die Welt, wie man sie gekannt hat, bekommt Risse, oder sie stürzt ganz ein. Das Ende einer Beziehung wird als etwas Sinnloses erlebt. Man fühlt sich verlassen. Alles ist anders und vieles fremd. Oft braucht es einen langen Atem, bis man im eigenen Leben wieder zu Hause sein kann. Jemand sagt erst später: „Zuerst war das einfach nur schwer; aber dann hat es mich verwandelt.“ Was man erlebt hat, ist dann Teil der persönlichen Entwicklung geworden. Der Verlust wird nicht verleugnet, er wird aufgehoben – wie man etwas vom Boden aufhebt und mit sich trägt, weil man damit etwas anfangen kann.

Der christliche Glaube nährt die Erfahrung: Der Tod macht nicht nur tot. In der Begegnung mit ihm kann die schöpferische Kraft der Auferstehung erfahren werden. Aus Leidenden werden Leid Tragende. Die Liebe ist dem Tod gewachsen. Mit der Zeit und nach den nötigen Auseinandersetzungen mit sich, mit andern und mit Gott („Warum lässt Du das zu!?“) wird es möglich, einen Dank zu einer Lebensgeschichte zu setzen. „Es ist, wie es ist!“, sagt dann jemand, nicht kraftlos resigniert, sondern in einer zuversichtlichen Ruhe. Man hat sich mit seinem Leben versöhnen können.

Gerade bei Schicksalsschlägen ist Begleitung und Seelsorge wichtig. Feiern im öffentlichen Raum machen Sinn, auch wenn die Trauer immer ein ganz persönlicher Weg bleibt. Wenn es einem selbst die Sprache verschlagen hat, sind andere da, die stellvertretend klagen, beten, singen – bis man selber wieder zu den eigenen Ausdrucksmöglichkeiten findet. Zudem wird allen, die in Beziehung zur verstorbenen Person gestanden sind, ein persönlicher Abschied ermöglicht.

Im Todesfall eines Angehörigen nehmen Sie bitte möglichst bald Kontakt mit unserem Pfarrer auf, weil diese Aufgabe zu seinem Schwerpunkt gehört, siehe Kontakte.